Bildquelle: Pixabay / RJA1988

Die USA hat unverändert stark mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Trotz dieses Umstandes ist die Börsenstimmung unverändert gut. Die schwachen BIP-Zahlen, die Arbeitslosenquote und alle anderen „harten Fakten“ aus der Wirtschaft werden augenscheinlich ignoriert. Der Slogan „an der Börse wird die Zukunft“ gehandelt, scheint seit vielen Wochen das Credo zu sein, nachdem alle Investoren ihre Anlagen tätigen.

US-Börsen haben Allzeithochs im Blick

Denn ein Blick auf die Charts von Dow & Co lässt nur eines zu: Viele Anleger gehen fest davon aus, dass die US-Wirtschaft schon bald wieder zurück zu alter Stärke finden wird. So konnte der S&P 500 den Kursrückschlag aus dem ersten Quartal inzwischen wieder vollständig abschütteln und erreichte im September zwischenzeitlich sogar einen neuen Rekordstand.

Auch der am meisten beachtete Aktienindex der Welt, der Dow Jones Industrial Average oder kurz Dow Jones hat den Kurseinbruch zwischen Februar und März inzwischen fast vollständig wettgemacht und notiert wieder in Sichtweite zum vorangegangenen Allzeithoch vom Februar. Ist die schnelle Erholung an der Wall Street ein Zeichen für ein baldiges Comeback der US-Wirtschaft oder handelt es sich hierbei nur um eine Spekulationsblase, die jederzeit wieder platzen könnte?

Der geheime US-Wirtschafts-Indikator

Dazu hilft ein Blick auf einen Index, den nur wenige Anleger überhaupt kennen. Den Dow Jones Transportation Average (DJTA). Dieser Index zählt aber zu den wichtigsten Kursbarometern der USA, was auch darauf zurückzuführen ist, dass der Aktienindex als Frühindikator Hinweise auf die Entwicklung der US-Konjunktur liefern kann.

Der Dow Jones Transportation Average spiegelt die Wertentwicklung von 20 der wichtigsten Unternehmen der US-Transportwirtschaft wider. Der DJTA, der bereits im Jahr 1884 ins Leben gerufen wurde und damit sogar älter ist als der Dow Jones (Berechnung seit 1896), umfasst vor allem Eisenbahngesellschaften, Airlines, Logistikunternehmen und Schifffahrtsgesellschaften, die im Index in etwa gleichgewichtet sind, also mit einem Anteil von jeweils rund fünf Prozent.

Von nicht wenigen Profis wird der Dow Jones Transportation Average als Frühindikator betrachtet, der wichtige Signale zur weiteren Entwicklung der US-Wirtschaft liefern kann. Grund hierfür ist, dass die Umsätze und Gewinne von Transportunternehmen in der Regel mit einem deutlichen Vorlauf zu den Erlösen der Industrie ansteigen. Denn bevor die eigentlichen Güter produziert werden können, müssen die hierfür nötigen Roh- und Werkstoffe zu den Industrieunternehmen geliefert werden. Auch vermehrte Geschäftsreisen, die sich in den Kursen großer Airlines niederschlagen, können auf einen neuen Konjunkturaufschwung hindeuten.

Gerade auch von vielen technischen Finanzanalysten wird der DJTA deshalb als vorlaufender Indikator für das Wachstum der US-Wirtschaft ausgewertet. Und diese könnte möglicherweise schon bald wieder anspringen, wie ein Blick auf die jüngste Entwicklung des Index vermuten lässt. Nachdem der DJTA zwischen Februar und März in der Spitze um 41 Prozent auf 6.481 Punkte einbrach und damit auf den tiefsten Kursstand seit dem Januar 2016 fiel, startete eine V-förmige Erholungs-Rallye.

Eisenbahnaktie vor neuen Allzeithochs

Die derzeitige Stärke des DJTA resultiert aus der positiven Entwicklung der enthaltenen Aktien. Zu ihnen gehört Union Pacific (WKN: 858144 / ISIN: US9078181081). Der US-Konzern ist eine der führenden Eisenbahngesellschaften in den USA.

Auch wenn es in die aktuelle Zeit für viele nicht mehr reinpasst, weil das Thema E-Mobilität zuhauf in der Wirtschaft überhand nimmt  – egal ob es um den Transport von Rohstoffen wie Öl oder Kohle, Containerfracht oder chemische Stoffe über lange Strecken geht, in den USA ist die Eisenbahn nach wie vor ohne Konkurrenz.

Und mit Streckenverbindungen in 23 Bundesstaaten ist gerade Union Pacific einer der wichtigsten Schienenlogistiker westlich des Mississippi. Union Pacific verbindet dabei die Häfen der Pazifikküste sowie der Golfküste mit den Handelszentren des Mittleren Westens und mit Mexiko. Damit die starke Position auch auf Dauer gehalten werden kann, investierte das Unternehmen allein in den vergangenen zehn Jahren mehr als 30 Mrd. US-Dollar. Die Summe klingt hoch, aber auf das nahezu 80.000 Kilometer umfassende Schienennetz umgerechnet ist die Zahl schon wieder überschaubar.

Das Unternehmen bekam natürlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit voller Wucht zu spüren. Zwischen Februar und März stürzte der Aktienkurs zeitweise um bis zu 43 Prozent auf 98 Euro in die Tiefe. Doch genau wie der DJTA startete Union Pacific eine steile Aufhol-Rallye und kletterte zuletzt auf ein neues Rekordhoch. Neue Rekordkurse sind nur eine Frage der Zeit.

Ein Grund dafür ist eben die starke Marktpositionierung des Konzerns. Bei den großen Eisenbahngesellschaften in den USA handelt es sich quasi um ein Oligopol. Union Pacific & Co haben mit ihrer eigenen Schienen-Infrastruktur in ihren geografischen Gebieten keine Konkurrenz zu befürchten.

So wird die Ostküste der USA von den beiden Eisenbahngesellschaften CSX und Norfolk Southern dominiert, während der Westen der USA von Union Pacific und BNSF beherrscht wird. Diese Marktmacht sorgt für eine langfristig stabile Umsatz- und Gewinnentwicklung, die sich auch in der Börsenhistorie niederschlägt. So legte der Aktienkurs allein auf Zehnjahressicht im Schnitt um 19 Prozent jährlich zu, womit Union Pacific zu den langfristig erfolgreichsten Aktien an der Wall Street gehört.

Wer als Anleger vor 10 Jahren 10.000 Euro in die Aktie steckte, kann heute auf eine Position von mehr als 46.000 Euro blicken – und das nur mit einer „langweiligen“ Eisenbahn-Aktie, so ganz ohne Hightech, Smartphone, Wasserstoff oder E-Mobilität…

Fazit

Anleger sollten die Entwicklung der Transportbranche immer im Auge behalten, die seit jeher als zuverlässiger Konjunkturindikator gilt. Die starke Entwicklung des Dow Jones Transportation Average macht deshalb Hoffnung, dass es für die US-Wirtschaft schon bald wieder deutlich nach oben geht. Auch der Indexwert Union Pacific bleibt aussichtsreich. Die Aktie weist langfristig eine weitaus überdurchschnittliche Kursrendite auf und steht unmittelbar davor, neue Rekordhochs zu verzeichnen.

Mini-Future Long auf Union Pacific
WKN MA086K
ISIN DE000MA086K3
Emissionstag 17. Juli 2020
Produkttyp Hebelzertifikat
Emittent Morgan Stanley

 

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