Gerresheimer: „auf Kurs, ein weiteres Rekordjahr 2022 zu liefern“

Bildquelle: Pressefoto Gerresheimer AG

Der Düsseldorfer Konzern Gerresheimer (WKN: A0LD6E / ISIN: DE000A0LD6E6), der sich auf Spezialverpackungen spezialisiert hat, bleibt auf dem Wachstumskurs, wie die neuesten Geschäftszahlen zeigen. Im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal (per Ende Mai) legte der Umsatz auf Jahressicht um knapp 18 Prozent auf 444,6 Mio. Euro zu.

Eigenen Angaben nach hat das Unternehmen weiterhin von einer guten Nachfrage nach Spezialglas für Medikamentenampullen, Kunststoff- und Kosmetikverpackungen sowie Inhalatoren profitiert. Aufgrund höherer Investitionen und stark gestiegener Energiepreise, die nur mit Verzögerung an die Kunden weitergereicht werden konnten, fiel das Wachstum des operativen Gewinns etwas schwächer aus.

Gerresheimer konnte wieder einmal mit starken Geschäftszahlen auftrumpfen. Die Analysten sprechen für die Aktie des Verpackungsspezialisten überwiegend Kaufempfehlungen aus. (Bildquelle: Pressefoto Gerresheimer AG)

Das bereinigte EBITDA wurde im zweiten Geschäftsquartal um zehn Prozent auf 90,1 Mio. Euro gesteigert. Trotzdem wurden mit diesen Ergebnissen die Erwartungen von Branchenexperten übertroffen.

Höhere Zinsaufwendungen und Steuern belasteten

Unter dem Strich wurde im Zeitraum März bis Mai ein auf die Anteilseigner entfallender Gewinn in Höhe von 25,2 Mio. Euro erzielt, was auf Jahressicht einen Rückgang um knapp elf Prozent bedeutete. Dieser Einbruch soll aus höheren Zinsaufwendungen und Steuern resultieren.

„Wir navigieren Gerresheimer weiterhin erfolgreich durch die Herausforderungen eines inflationären Umfelds. Gerresheimer profitiert von langfristigen Energielieferverträgen, Absicherungen gegen Energiepreisvolatilität und unserer Preisgestaltungsmacht. Wir verzeichnen eine starke Nachfrage unserer Kunden über unser gesamtes Portfolio hinweg und sind auf Kurs, ein weiteres Rekordjahr 2022 zu liefern sowie unsere mittelfristige Prognose zu erfüllen.“ (Dietmar Siemssen, CEO)

Kräftiges Umsatzwachstum erwartet

Der weitere Ausblick fällt sehr positiv aus. Für das bis Ende November laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand weiterhin einen prozentual zweistelligen Umsatzzuwachs aus eigener Kraft. Es wird konkret ein Plus von mindestens zehn Prozent im Vergleich zum währungsbereinigten Vorjahreswert von knapp 1,5 Mrd. Euro erwartet. Der bereinigte Gewinn (EBITDA) dürfte der Firmenschätzung nach im hohen einstelligen Prozentbereich ansteigen (Vorjahr: 307 Mio. Euro).

Auch die Mittelfristprognose wurde bestätigt. In den kommenden Jahren wird ein operatives Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und eine bereinigte EBITDA-Marge von 23 bis 25 Prozent angepeilt. Zum Wachstum sollen dabei neue Produkte beitragen, wie unter anderem Verpackungen für Biopharmazeutika und innovative Systeme zur Medikamentengabe wie beispielsweise Autoinjektoren und Infusionspumpen.

Scharfe Kurskorrektur

An der Börse kletterte die Aktie von Gerresheimer im November 2020 auf ein neues Rekordhoch bei 103,70 Euro, woraufhin zunächst ein Seitwärtslauf und in den vergangenen Monaten dann eine scharfe Korrektur folgte. Dabei brach der Kurs bis zum März dieses Jahres auf 53 Euro ein, konnte sich inzwischen aber wieder auf zeitweise knapp 60 Euro erholen.

Hier liegen die nächsten Kursziele

Setzt sich die jüngste Aufholbewegung fort, stellt sich das nächste Kursziel auf das April-Hoch bei 75 Euro. Oberhalb wäre der Weg charttechnisch frei bis zum bisherigen 2022er-Jahreshoch vom Januar bei 87 Euro.

Deutsche Bank sieht 79 Prozent Gewinnpotenzial

Mit Blick auf die Analysteneinschätzungen gab es in den vergangenen Monaten für die Gerresheimer-Aktie überwiegend Kaufempfehlungen. Besonders optimistisch ist beispielsweise die Deutsche Bank. Deutschlands größte Privatbank hatte die Kaufempfehlung („Buy“) zuletzt bestätigt. Das Kursziel wurde zwar von 115 auf 105 Euro gesenkt, liegt damit aber immer noch um 79 Prozent über dem aktuellen Kurs. Das gesenkte Kursziel erklärte der Analyst Falko Friedrichs damit, dass die aktuelle Entwicklung der Gasversorgung Risiken für die Gewinnentwicklung des Verpackungsspezialisten mit sich bringt.

DZ Bank rät zum Aktienkauf

Auch die DZ Bank sieht bei der Aktie kräftiges Gewinnpotenzial. Nach der Gerresheimer-Zahlenbekanntgabe wurde hier die bisherige Kaufempfehlung und das Kursziel von 95 Euro bestätigt. DZ-Bank-Analyst Sven Kürten erklärte, dass Gerresheimer stark abgeschnitten hat. „Die Gassituation erscheine selbst im schlimmsten Falle gut beherrschbar. Vor diesem Hintergrund wirke der Kursverfall der letzten Wochen übertrieben. Auch wegen der erfreulichen mittelfristigen Perspektiven sei die aktuelle Bewertung sehr attraktiv“, kommentierte Kürten.

Bildquelle: Pressefoto Gerresheimer AG