Pierer Mobility: Warum ein Gewinneinbruch Anleger nicht juckt

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Der für seine Premium-Marken KTM und HUSQVARNA Motorcycles weltbekannte österreichische Motorrad-Hersteller Pierer Mobility (WKN: A2JKHY / ISIN: AT0000KTMI02) konnte Ende August mit einem deutlichen Umsatzanstieg aufwarten. Allerdings gab es absatz- und ergebnisseitig Belastungen.

Wie Pierer berichtete, legte der Umsatz im ersten Halbjahr 2022 auf Jahressicht um 7,1 Prozent auf knapp 1,2 Mrd. Euro zu. Grund hierfür waren höhere Verkaufspreise, denn die Absatzzahlen waren leicht rückläufig. So wurden 163.334 Motorräder abgesetzt, womit sich ein Minus von 7,2 Prozent errechnete. In den ersten sechs Monaten wurden außerdem 51.417 E-Bicycles und Fahrräder verkauft (minus 3,7 Prozent).

Verschärfte Lieferkettenproblematik

Das Unternehmen sprach in der entsprechenden Pressmitteilung von einer „starken Performance trotz verschärfter Lieferkettenproblematik“. Demnach hätten Motorräder und auch E-Bicycles wegen der Rückstände von Teilen, speziell im Elektronikbereich, nicht vollständig zusammengebaut werden können. Um den aktuellen Lieferkettenproblemen im Fahrradbereich entgegenzuwirken, hat die Sparte „Pierer E-Bikes“ im Juni 2022 eine Tochtergesellschaft in Taiwan gegründet.

Pierer Mobility verzeichnete im ersten Halbjahr Rückgänge beim Absatz und beim Gewinn. Ungeachtet dessen fällt der weitere Ausblick sehr positiv aus, was eine überraschend angehobene Umsatzprognose zeigt. (Bildquelle: Pierer Mobility)

Prognose überraschend angehoben

Beim Betriebsergebnis (EBIT) wurde aufgrund höherer Energie- und Materialkosten ein Rückgang um 9,6 Prozent auf 92,8 Mio. Euro verbucht. Auch wenn die Halbjahreszahlen dementsprechend durchwachsen ausfielen, sorgt der weitere Ausblick bei den Pierer-Aktionären für Zuversicht. Denn der Vorstand hat die Prognose für das laufende Gesamtjahr überraschend angehoben und rechnet nun mit einem Umsatzwachstum zwischen zehn und 15 Prozent.

Bislang erwartete der von Stefan Pierer geleitete Konzern ein Wachstum in der Spanne zwischen sechs und zehn Prozent. An der bisher angepeilten EBIT-Marge von acht bis zehn Prozent und der EBITDA-Marge zwischen 15 und 17 Prozent wird weiterhin festgehalten.
Dass sich der bisherige Wachstumskurs fortsetzen dürfte, zeigt sich auch an den jüngsten Personalmaßnahmen. Der Personalstand erhöhte sich im ersten Halbjahr 2022 um 768 Mitarbeiter auf nun 5.656 Beschäftigte.

Turbulente Kursentwicklung

Die Kursentwicklung bei Pierer fiel in den vergangenen Jahren recht turbulent aus. Nachdem die Aktie im März 2020 auf 24 Euro zurückgeschlagen wurde, folgte ein steiler Anstieg. Dabei hatte sich der Kurs in den folgenden knapp zwei Jahren fast vervierfacht und markierte im Januar 2022 ein Mehrjahreshoch bei 94 Euro.

Charttechnisch angeschlagen

Nach einem Rücksetzer bis Ende August auf 58 Euro konnte die Aktie nach der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen und der angehobenen Prognose wieder auf zeitweise 64 Euro zulegen. Charttechnisch zeigen die Trendpfeile vorerst aber noch nach unten, wie sich am großen Abstand zur 200-Tage-Linie (76 Euro) zeigt. Sollte hier aber die Rückeroberung gelingen, stellt sich das nächste Kursziel auf das Januar-2022-Top (94 Euro). Oberhalb würde dann die runde 100er-Marke in den Fokus rücken.

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