Meta Platforms: Was ist da los?

Bildquelle: Pressefoto Facebook/Meta

Das ist Mal eine Ansage. Die Aktie der Facebook-Muttergesellschaft Meta Platforms (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027) verlor am Mittwochabend im nachbörslichen US-Handel knapp 20 Prozent an Wert. Hat sich Konzernchef Mark Zuckerberg mit dem Sprung ins Metaverse gehörig verzockt oder stecken andere Probleme hinter dem Fall des einstigen Börsenstars?

Probleme für die digitale Werbung

Die Antwort dürfte lauten: Von allem etwas. Meta hat nun schon zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang bei den Quartalsumsätzen verbuchen müssen. Ein dritter soll sogleich folgen.

Dies ist besonders ungewöhnlich für ein Unternehmen, das man in den vergangenen Jahren als ausgewiesenen Wachstumswert kannte. Hinzu kommen natürlich derzeit die enormen Verluste des Bereichs Reality Labs, in dem beispielsweise die VR-Aktivitäten zusammengefasst sind. Gerade diese sollen jedoch in Zukunft den Weg in das Metaversum ebnen.

Und natürlich gibt es eine ganze Reihe von Herausforderungen im Hier und Jetzt, mit denen Meta fertig werden muss. Übrigens auch Konkurrenten wie die Google-Muttergesellschaft Alphabet (WKN: A14Y6H / ISIN: US02079K1079).

Die Wette von Mark Zuckerberg auf das Metaverse ist riskant. Auch weil Meta derzeit mit vielen anderen Herausforderungen fertig werden muss. (Bildquelle: Pressefoto Facebook)

TikTok setzt Facebook unter Druck

Wir bewegen uns möglicherweise auf eine Rezession zu. Gleichzeitig sorgt die Inflation in vielen Unternehmen neben den Lieferkettenproblemen für höhere Kosten. Für Energie, Transport, Mitarbeiter oder Rohstoffe. In dieser Gemengelage sitzt das Geld für Werbeaktivitäten nicht mehr ganz so locker.

Meta, Alphabet & Co sind jedoch besonders auf die Werbebudgets angewiesen. Außerdem kämpft Meta weiterhin mit der TikTok-Konkurrenz und kontert mit seinen Reels. Diese sind jedoch nicht ganz so einträglich in Sachen Werbeeinnahmen wie traditionelle Facebook-Storys.

Unter den Erwartungen

Dies und noch anderes mehr, wie Apples neue Datenschutzbestimmungen sowie die Entwicklung bei den Wechselkursen, führte dazu, dass Meta im September-Quartal einen Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 4 Prozent auf 27,7 Mrd. US-Dollar ausweisen musste.

Gleichzeitig schossen die Ausgaben um 19 Prozent auf 22,1 Mrd. US-Dollar nach oben. Der Nettogewinn wurde um 52 Prozent auf 4,4 Mrd. US-Dollar verringert. Zudem enttäuschte Meta die Markterwartungen. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie bei 1,64 US-Dollar, während Marktexperten zuvor laut Refinitiv im Schnitt mit einem Wert in Höhe von 1,89 US-Dollar gerechnet hatten.

Umsatzseitig blieb man ebenfalls unter den Erwartungen, auch mit Blick auf das laufende vierte Quartal. Das Management sieht die Erlöse bei 30 bis 32,5 Mrd. US-Dollar. Am Markt hatte man sich zuvor jedoch eher einen Wert von 32,2 Mrd. US-Dollar vorgestellt.

Mehr als Durchhalteparolen?

“Auch wenn wir kurzfristig mit Herausforderungen beim Umsatz konfrontiert sind, sind die Grundlagen für eine Rückkehr zu einem stärkeren Umsatzwachstum vorhanden. Wir nähern uns dem Jahr 2023 mit einem Fokus auf Priorisierung und Effizienz, der uns helfen wird, das aktuelle Umfeld zu meistern und als ein noch stärkeres Unternehmen hervorzugehen, dies sagte Konzernchef Mark Zuckerberg.

Ganz so einfach wird dieses Unterfangen jedoch nicht. Mit dem Aufkommen von TikTok zählt Facebook bei vielen Jugendlichen bereits zum alten Eisen. Gleichzeitig haben die hohen Ausgaben bei Reality Labs für VR und das Metaversum viele Anleger verschreckt.

In diesem Zukunftsbereich schrumpften die Erlöse von 558 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf nun 285 Mio. US-Dollar, während der Verlust bei 3,7 Mrd. US-Dollar lag, nach einem Minus von 2,6 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Im bisherigen Jahresverlauf wurde ein Verlust von 9,4 Mrd. US-Dollar angehäuft. Im kommenden Jahr soll es ähnlich weitergehen.

Für das laufende Geschäftsjahr geht das Management von Gesamtausgaben in Höhe von 85 bis 87 Mrd. US-Dollar aus. 2023 sollen diese bei rund 96 bis 101 Mrd. US-Dollar liegen.

Ein Blick auf die Charttechnik

Die Aktie von Meta Platforms verzeichnete an der Börse in den vergangenen Jahren eine steile Berg-und-Tal-Fahrt. Nach dem Corona-bedingten Rückschlag im März 2020 auf 137 US-Dollar startete zunächst ein steiler Höhenflug.

Dabei konnte sich der Kurs den folgenden eineinhalb Jahren fast verdreifachen, womit im September 2021 ein neues Rekordhoch bei 384 US-Dollar markiert wurde. Doch in den folgenden Monaten ging es dann steil abwärts. Die Notierungen brachen bis Mitte Oktober dieses Jahres unter die 123er-Marke ein, was den tiefsten Stand seit dem Januar 2017 bedeutete.

Inzwischen konnte sich die Meta-Aktie zeitweise im Bereich der 130er-Marke stabilisieren, die Trendpfeile zeigen aber klar nach unten. Sollte hier das bisherige Oktober-Tief bei 122,53 Dollar unterschritten werden, würde das ein weiteres, massives Verkaufssignal bedeuten. Gut möglich wäre dann, dass die psychologisch wichtige 100er-Marke angesteuert wird.

Im Fall einer neuen Aufholbewegung würden sich das Chartbild erst wieder aufhellen, wenn die Rückeroberung der 200-Tage-Linie (192 Dollar) gelingt. Hierzu wäre aber ein 48-prozentiger Kursanstieg nötig, der in den kommenden Monaten eher unwahrscheinlich ist. Dementsprechend sollten Anleger die Meta-Aktie besser meiden.

mE-FAZIT

Die Meta-Aktie ist zuletzt deutlich günstiger geworden. Allerdings bleiben viele Unsicherheiten, sodass ein Einstieg zu früh kommen dürfte. Zunächst gilt es, auf mehr Klarheit in Sachen Metaverse zu warten. Viele wissen noch gar nicht so richtig wohin die Reise gehen soll. Gleichzeitig sind die Konjunktur oder Apples Datenschutzbestimmungen ein echtes Problem für den Bereich digitale Werbung im Hier und Jetzt. Neben Meta dürften Anleger daher auch andere Tech-Größen im Blick behalten.

 

 

 

 

 

 

tom

Bildquelle: Pressefoto Facebook/Meta