Der Dienstag an der Börse

20-Prozent-Gebühr für die Durchfahrt der Straße von Hormus | Inflations- und Zinssorgen belasten die Stimmung zusätzlich | Gewinnwachstum als Lichtblick

Bildquelle: markteinblicke.de

Eine neue Blockade der Straße von Hormus, neue Inflations- und Zinssorgen sowie steigende Ölpreise sorgten für einen schwachen Handelsstart an der New York Stock Exchange und der Nasdaq.

Heard in New York

Der NASDAQ Composite beendete den gestrigen Montaghandel mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 25.873 Punkte, während der S&P 500 um 0,8 Prozent auf 7.515 Zähler zurücksetzte. Die US-Aktienmärkte eröffneten schwächer und blieben den gesamten Handelstag über im Minus. Belastet wurden sie durch den starken Anstieg der Ölpreise, steigende Renditen von US-Staatsanleihen sowie deutliche Kursverluste bei Technologiewerten, insbesondere im Halbleitersektor.

Die Ölpreise stiegen kräftig an, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, die Blockade der Straße von Hormus wieder einzuführen und auf sämtliche dort transportierten Frachten eine Gebühr von 20 Prozent zu erheben. Dies setzte die Kurse von US-Staatsanleihen unter Druck (wodurch die Renditen stiegen), während auch Edelmetalle und Bitcoin deutlich nachgaben. Trotz dieser Entwicklungen bleibt der Blick auf US-Aktien vor de Start der Berichtssaison positiv.

Laut Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, bleiben US-Aktien durch die robuste Gewinndynamik fundamental gut unterstützt. Der S&P 500 legte 2026 bislang um 9  Prozent zu, während die Schätzungen für das erwartete Gewinnwachstum der S&P-500-Unternehmen der nächsten zwölf Monate von 15 auf 21 Prozent gestiegen seien. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis sank von rund 22 auf zuletzt 20 – damit beruhe die Marktentwicklung auf verbesserten Ertragsperspektiven und nicht auf einer Ausweitung der Bewertungen.

Analysten würden für das zweite Quartal bei S&P-500-Unternehmen ein Gewinnwachstum von rund 24 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erwarten, nachdem zu Jahresbeginn rund 15 Prozent prognostiziert worden waren. Hohe Investitionen in KI-Infrastruktur, ein solides wirtschaftliches Umfeld und ein stabiler Konsum stützen die Ertragslage..

Konnichiwa Tokio!

Im Angesicht der neuen Unsicherheiten im Nahen Osten präsentierten sich die asiatischen Börsen am Dienstagmorgen uneinheitlich. Der japanische Nikkei 225 gewann zuletzt 0,7 Prozent auf 67.733 Punkte.

So steht´s um den DAX

Der DAX zeigt sich am Dienstag schwächer. Dabei gelang dem wichtigsten deutschen Börsenbarometer trotz der Verunsicherung im Nahen Osten mit einem Schluss bei 25.114 ein freundlicher Wochenauftakt. Allerdings vereisen die Helaba-Analysten darauf, dass die 21-Tagelinie (25.081) noch nicht wieder nachhaltig zurückerobert worden sei.

„Zudem sind Stochastic und MACD abwärtsgerichtet. Dies mahnt zur Vorsicht. Im Falle von Rücksetzern finden sich erste Unterstützungen an der 55-Tagelinie (24.760) sowie am 38,2 %-Retracement bei 24.358. Dicht darunter verlaufen auch die gleitenden 100T- und 200T-Durchschnitte. Widerstände zeigen sich unverändert bei 25.438 und bei 25.900 (Allzeithoch)“, heißt es weiter.

So handeln Sie heute den DAX

Bei der UBS sah man für den  heutigen Handelstag die folgenden Szenarien.

Stand: 14.07.2026, 7:00 Uhr; Quelle: Prime Quants Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind keine verlässlichen Indikatoren für die zukünftige Wertentwicklung.

Das Short-Szenario: Fällt der deutsche Leitindex per Tagesschluss unter 25.000 Punkte zurück, müsste weiterhin auf das Vorwochentief bei 24.830 Punkten geachtet werden, das mittlerweile zusammen mit der kurzfristigen 50-Tage-Linie (aktuell bei 24.829) und dem April-Top (24.792) eine Auffangzone bildet. Verlieren die Kurse diesen Halt und drehen auch an den Tiefs vom 29. und 26. Juni (24.557/24.548) nicht wieder nach oben, dürfte der mittelfristige GD100 (24.333) mit der langfristigen 200-Tage-Linie (24.327) angesteuert werden. Kommt es zu einem Trendwechsel, müsste ein Test der 24.000er-Marke einkalkuliert werden.

Das Long-Szenario: Oberhalb der 25.000er-Schwelle ist die erste Hürde dagegen unverändert am Hoch vom 22. Juni bei 25.176 zu finden. Darüber würden das Februar- und das Mai-Hoch bei 25.406 bzw. 25.438 Punkten in den Fokus rücken. Gelingt den Notierungen im Anschluss auch der Sprung über das Januar-Hoch bei 25.508 Zählern, wäre danach ein Anstieg bis zum Rekordhoch bei 25.900 möglich.

Produkt (Call) WKN SL/KO/Strike* Hebel
Open End Turbo Call UJ5QCV 22.045,05 8,42
Open End Turbo Call WA1DD3 23.007,52 12,46
Produkt (Put) WKN SL/KO/Strike* Hebel
Open End Turbo Put WA8GW2 27.926,82 8,56
Open End Turbo Put WA707U 26.952,11 12,82

*SL = Stop-Loss (Mini-Futures) / KO = Knock Out (Turbos) / Strike = Ausübungspreis (Optionsscheine); Weitere passende Produkte sowie Informationen zu Chancen und Risiken finden Sie unter: www.ubs.com/keyinvest
Stand: 14.07.2026, 7:00 Uhr

Wichtige Tagestermine

Heute Nachmittag stehen vor allem die neuesten US-Inflationsdaten im Fokus. Schließlich wollen Anleger wissen, ob die Fed die Leitzinsen angesichts einer erhöhten Teuerung infolge steigender Energiepreise anheben möchte. Zumal Fed-Chef Warsh heute vor dem US-Repräsentantenhaus erscheint.

Weitere Daten und Prognosen finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

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