Trotz starker Zahlen und Aussichten hat die Aktie von Micron Technology (WKN: 869020 / ISIN: US5951121038) am Mittwochabend nach US-Börsenschluss lediglich rund 1 Prozent an Wert zugelegt, obwohl die Optionsmärkte eine Kursbewegung von bis zu 7 Prozent in die eine oder andere Richtung signalisiert hatten. Auf der anderen Seite hat die Aktie des Halbleiterunternehmens seit Anfang 2026 rund 275 Prozent an Wert gewonnen, sodass ein großer Teil der Wachstumsaussichten eingepreist sein dürfte.
Micron liefert positive Überraschungen ab
Der Speicherspezialist meldete für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 einen bereinigten Gewinn je Aktie von 33,42 US-Dollar. Damit lag das Unternehmen deutlich über den Konsensschätzungen von 31,83 US-Dollar. Auch die Erlöse überraschten mit 51,50 Mrd. US-Dollar positiv und lagen damit über den durchschnittlichen Markterwartungen von 54,30 Mrd. US-Dollar. Die Bruttomarge erreichte 87 Prozent und lag damit oberhalb der Schätzungen von 86,2 Mrd. US-Dollar.
Der Free Cashflow war mit 33,2 Mrd. US-Dollar sehr stark und übertraf den erwarteten Wert von 24,6 Mrd. US-Dollar. Dies ist gerade in der heutigen Zeit mit ausufernden Investitionsausgaben im KI-Bereich keine Selbstverständlichkeit. Zumal auch bei Micron die Investitionsausgaben mit 10,77 Mrd. US-Dollar etwas höher als erwartet lagen (10,0 Mrd. US-Dollar). Der Ausblick auf das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 kann sich ebenfalls sehen lassen.
Paradigmenwechsel in der Speicherbranche
Micron Technology erwartet Umsätze von 61,50 Mrd. US-Dollar gegenüber einem von Analysten erwarteten Wert von 56,7 Mrd. US-Dollar. Das EPS sieht das Management bei 38,15 US-Dollar. Dabei verzeichnet das Unternehmen eine noch stärker werdende Dynamik. Sanjay Mehrotra, Chairman und CEO, sagte:
„So stark das Geschäftsjahr 2026 auch war, wir erwarten, dass das Geschäftsjahr 2027 noch besser wird. Die Nachfrage in der Branche hat sich seit unserer letzten Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen verstärkt, und wir gehen davon aus, dass Angebot und Nachfrage bei Speicherchips in den Geschäftsjahren 2027 und 2028 deutlich stärker aus dem Gleichgewicht geraten werden als 2026.“
Micron und anderen Branchenvertretern kommen aber nicht nur die enorme Nachfrage, die Knappheit und die hohen Preise im Speicherbereich zugute. Der KI-Boom hat für eine Umwälzung in der stark konjunkturabhängigen Branche gesorgt. Strategic Customer Agreements (SCAs, strategische Kundenvereinbarungen) lösen immer mehr die klassischen, flexiblen Liefervereinbarungen ab und sorgen mit ihren festen Konditionen für immer mehr Planbarkeit.
Mein Fazit
Micron hat die Erwartungen bei Gewinn, Marge und Cashflow übertroffen und stellt für das laufende Quartal weiteres kräftiges Wachstum in Aussicht. Langfristige Kundenvereinbarungen könnten dem traditionell zyklischen Speichergeschäft zudem mehr Planbarkeit verleihen. Der verhaltene Kursanstieg nach den Zahlen zeigt jedoch, dass ein großer Teil der guten Nachrichten bereits eingepreist sein könnte.
Wer als Anleger von den Wachstumsaussichten im Bereich Künstliche Intelligenz überzeugt ist und gleich auf einen Korb aus Branchenvertretern setzen möchte, sollte sich das Indexzertifikat (WKN: DA0ABW / ISIN: DE000DA0ABW6) auf den der Aktionär Künstliche Intelligenz Index einmal anschauen.









