Die Ostsee ist immer eine Reise wert. Doch nicht nur die Ostsee-Locations in Deutschland lohnen sich für einen Besuch – auch unsere Nachbarn haben einiges zu bieten. Unsere Reise führt nach Danzig in Polen, nach Tallinn in Estland und nach Helsinki in Finnland. Wer möchte, kann alle diese sehenswerten Städte innerhalb einer Ostsee-/Baltikum-Kreuzfahrt mit dem Schiff ansteuern. Aber auch einzeln ist jede dieser Städte ein kulturelles Highlight.

Tallinn

Tallinn, die Hauptstadt Estlands, ist ein ideales Urlaubsziel für alle, die den Charme einer mittelalterlichen Stadt und den Komfort und Luxus einer modernen Welt lieben. Tallinn grenzt als nördlichstes Land des Baltikums direkt an die Ostsee am Finnischen Meerbusen und ist sowohl mit dem Flugzeug als auch vom Wasser aus erreichbar. Viele Reisende legen in Tallinn während einer Schiffsreise zur Besichtigung an, so dass die Altstadt immer gut von Touristen besucht ist. In der Stadt mit seinen über 400.000 Einwohnern sind die Einflüsse aus Skandinavien, Deutschland und der Sowjetunion noch heute deutlich spürbar. Seit 2011 wird in Tallinn mit dem Euro bezahlt, gesprochen wird Estnisch, aber fast alle Hinweisschilder sind auf Englisch.

Tallinn, die Hauptstadt Estlands, ist ein ideales Urlaubsziel für alle, die den Charme einer mittelalterlichen Stadt und den Komfort und Luxus einer modernen Welt lieben. (Bildquelle: Pixabay / Angelo_Giordano)

Zur Besichtigung von Tallinn empfehlen wir, sich eine Tallinn Card zuzulegen. Mit der Karte hat man freien Eintritt zu über 40 Attraktionen und Museen, freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und profitiert von weiteren Ermäßigungen in Restaurants oder Geschäften. Ab Aktivierung gilt sie für 24, 48 oder 72 Stunden. Die Karte für 48 Stunden kostet 39 Euro für Erwachsene und 20 Euro für Kinder.

Bereits vom Wasser aus sind die mittelalterlichen Gebäude, die Tallinn ihren einzigartigen Charme verleihen, zu erkennen. Vom Hafen aus erreicht man das Stadtzentrum mit seinen schmalen mit Kopfstein gepflasterten Gassen in nur wenigen Minuten. Der kurze Aufstieg auf den Domberg lohnt sich besonders, denn von hier aus bietet sich ein grandioser Blick auf die Altstadt, umgeben von einer Stadtmauer. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Altstädte Europas. In der Altstadt mit dem schönen Rathausplatz und den Patrizierhäusern befinden sich mehr als 20 Kirchen zur Besichtigung. Besonders schön ist die St. Katharina-Passage, eine malerische Gasse, in der noch traditionelles Kunsthandwerk ansässig ist. Glasmalerei, Keramik, Schmuck, Lederwaren und Hüte werden dort hergestellt und verkauft.

In Tallinn kann man super essen gehen. Die Stadt verfügt über viele Restaurants, darunter auch erstklassige Adressen. Wer sich genauer informieren will, kann im White Guide Nordic, dem Gourmetführer für die Region, nachlesen. Das Tallinner Restaurant Noa Chef’s Hall ist mit 91 Punkten als bestes Restaurant im Baltikum ausgezeichnet. Spezialisiert hat sich das Restaurant mit der traumhaften Lage direkt am Wasser auf eine offene Küche, in der die leckeren Speisen mit Rauch und Feuer zubereitet werden. Ein Verkostungsmenü mit 11 Gängen kostet 89 Euro, dazu passende Weine 79 Euro und Säfte 59 Euro.

Auch Museumsfreunde kommen in Tallinn voll auf ihre Kosten. Wer nur wenig Zeit zur Verfügung hat, dem fällt die Auswahl schwer: vom Estnischen Filmmuseum, über das Estnische Freilichtmuseum, das Steinrelief-Museum, das Haus der Puppenkunst, das Russische Museum, das Schifffahrtsmuseum bis zum Wasserflughafen in Kalamaja.

Kalamaja ist auch das neue In-Viertel Tallinns. In dem ehemaligen Industriegebiet, in der Sowjetzeit abgeriegeltes Grenzgebiet, stehen viele historische Holzhäuser. Hier ist jetzt die Kreativ-Szene eingezogen. Bars, Cafés, Kunstgalerien, Theater und viele Restaurants haben sich dort angesiedelt und ziehen kreatives und junges Publikum an. Das Viertel liegt zwischen der Küste Tallinns und der Altstadt und ist gut zu erreichen.

Für die Reiseplanung nach Tallinn findet man alle Infos und Sehenswürdigkeiten auf der offiziellen Tourismusseite www.visittallinn.ee.

Die Ostsee-Perlen sind zu jeder Jahres- und Tageszeit einen Blick wert (Bildquelle: Pixabay / indineo)

Helsinki 

Die Hauptstadt von Finnland ist eine lebendige Stadt an der Nordküste der Ostsee, mit großen grünen Parks und umgeben von schönen Inseln. Dort leben über 600.000 Einwohner. Man erreicht Helsinki mit der Fähre oder mit dem Flugzeug und landet nur 30 Minuten von der Innenstadt entfernt. Die Stadt erkundet man am besten zu Fuß, denn vom einen zum anderen Ende braucht man etwa eine Dreiviertelstunde. Helsinki ist bekannt für sein Design und seine Spitzentechnologie. Die Lage am Meer mit seinen 330 Inseln bietet außerdem viele Freizeitmöglichkeiten.

Um die Stadt vom Wasser aus zu entdecken, kann eine Fährenrundfahrt gebucht werden. Start ist am Marktplatz. Die Rundfahrt führt unter anderem zu den nahegelegenen Inseln wie Vallisaari und Lonna, oder zur berühmten Seefestung Suomenlinna, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Festung stammt aus dem Jahr 1748, als Finnland noch Teil des schwedischen Königreichs war. Sie spielte eine entscheidende Rolle in der Geschichte unter schwedischer, russischer und finnischer Herrschaft. Der Besuch dieser Insel umfasst die Besichtigung von drei Museen und einem U-Boot.

Die Hauptstadt von Finnland ist eine lebendige Stadt an der Nordküste der Ostsee. (Bildquelle: Pixabay / morianna)

Wer Architektur und Kunst liebt, ist in Helsinki genau richtig. Das beliebteste Museum für zeitgenössische Kunst, das Kiasma, zeigt 8.000 Werke aus Architektur und Kunst. Im Helsinki Art Museum, das in einer ehemaligen Tennishalle von 1937 untergebracht ist, findet man finnische und internationale moderne, zeitgenössische Kunst. Die Sammlung des HAM ist außerdem in Form von Statuen und Skulpturen in der ganzen Stadt verteilt. Auch in Schulen und Bibliotheken sind Kunstwerke des HAM zu sehen. Eines der bekanntesten Wahrzeichen Helsinkis ist die Helsinki Cathedral mit seinem Dom direkt am Senatsplatz. Weitere Kirchen sind die Kamppi-Kapelle der Stille oder die Temppeliaukio-Kirche, eine Felsenkirche, perfekt für Konzerte durch seine außergewöhnliche Akustik.

Die Finnen schwitzen gerne, denn Finnland ist das Land der Saunas. Es gibt über 3 Millionen Saunas im Land, sogar mehr als Autos. Einen Samstagabend in der Sauna zu verbringen, ist in Helsinki kein seltenes Abendprogramm. Lohnenswert ist ein Saunagang in der Holzsauna Löyly, eine urbane Oase in einer traumhaften Lage direkt am Meer. Löyly, finnisch für Dampfbad, ist ein ökologisches Projekt und Gesamtkunstwerk, bestehend aus Sauna, Restaurant, begehbarem Dach mit Aussichtspunkt und Sonnenterrasse zum Chillen. Ökologisch deshalb, da die Elektrizität durch Wind- und Wasserkraft produziert wird. Im Restaurant werden nur ökologische Speisen serviert. Nach dem Saunagang kann man sich direkt im Meer abkühlen. Männlein und Weiblein saunieren hier in Badekleidung gemeinsam. Ansonsten gehen Finnen unbekleidet nach Geschlechtern getrennt in die Sauna.

Helsinki und Tallinn ergänzen sich hervorragend im Rahmen einer Reise. Egal ob für ein paar Stunden, einen Tagesausflug oder mehrtägige Reise – verschiedene Fähren ermöglichen eine Überfahrt. Tallink Shuttles bieten mit einer zweistündigen Überfahrt eine schnelle Verbindung von Festland zu Festland. Mit der Megastar, die auf der beliebten Kurzstrecke zwischen Helsinki und dem nur 80 Kilometer entfernten Tallinn unterwegs ist, wurde eine neue Ära auf der Route eingeläutet. Mit der Vielzahl an Waren und Dienstleistungen an Bord sowie einer hochmodernen Schiffstechnik hebt sie den Fährverkehr auf ein neues Niveau. Allein der Megastore ist mit 2.800 Quadratmetern das „größte schwimmende Einkaufszentrum der Ostsee“. Durch ihren LNG-Antrieb stößt sie keinerlei Schwefeloxide oder Rußpartikel aus und ist eines der umweltfreundlichsten Schiffe in der Ostsee. Sie bietet Platz für 2.800 Passagiere.

Danzig

Die Hafenstadt Danzig liegt an der Ostseeküste Polens und hat knapp 600.000 Einwohner. Danzig besteht aus einer Altstadt, die nach dem Zweiten Weltkrieg zweckmäßig wiederaufgebaut wurde, und der schönen Rechtstadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten.

Möwen gehören überall an der Ostsee zum Alltagsbild (Bildquelle: Pixabay / albersheinemann)

Danzig ist die Welthauptstadt des Bernsteins. 2000 Firmen in der Gegend leben von Bernstein, überall in der Stadt kann man Bernsteinschmuck kaufen. Die Bernsteintradition geht bis auf 7000 Jahre zurück, wie archäologische Funde belegen. Bernstein, das Ostseegold, ist fossiles Harz von Nadelhölzern, das über Millionen von Jahren gehärtet ist. Ein Besuch des Bernsteinmuseums in Danzig ist auf jeden Fall ein Muss.

Die meisten Sehenswürdigkeiten in Danzig liegen am Königsweg, einer ein Kilometer langen Strecke vom Hohen Tor, durch die Langgasse und den Langen Markt bis zum Grünen Tor. Der Lange Markt ist eine breite Straße mit herrschaftlichen, geschmückten Häuserfassaden, an denen man beim Bummeln vorbeikommt. Die Langgasse beherbergt viele Sehenswürdigkeiten wie das Rechtstädtische Rathaus, den Artushof, den Neptunbrunnen und das Grüne Tor. Viele Restaurants, Cafés, Geschäfte und Straßenartisten machen den Langen Markt zu einem lebhaften und abwechslungsreichen Ort. Nach dem Bummel sollte man sich die Marienkirche ansehen. Mit 105 Metern Länge und 66 Metern Breite ist sie eine der größten Backsteinkirchen der Welt, in der bis zu 25.000 Menschen Platz haben. Die größte Attraktion der Marienkirche ist die 12 Meter hohe astronomische Uhr, die täglich zur Mittagszeit ihr Figurenspiel in Bewegung setzt. Wer den Kirchturm mit seinen 400 Stufen erklommen hat, genießt einen herrlichen Blick über Danzig.

Die Hafenstadt Danzig liegt an der Ostseeküste Polens und besticht vor allem durch ihre Altstadt. (Bildquelle: Pixabay / erwinbauer)

Das Warzeichen von Danzig ist das Krantor, ein Stadttor an der Mottlau mit großem Hafenkran. Mit dem größten Hafenkran des mittelalterlichen Europas wurden früher Schiffe be- und entladen. Angetrieben wurde der Kran mithilfe von 4 Treträdern, die Männer im Inneren wie ein Hamsterrad antrieben. Im Gebäude des Krantors befindet sich auch eine interessante Ausstellung zur Geschichte der Hansestadt.

Nach der vielen Kultur und dem Sightseeing lockt das Meer mit seinen sauberen Stränden. Die Strände in Danzig sind schön breit und nicht so überfüllt. In Brzeźno wartet die 130 m lange Seebrücke als Attraktion auf Sonnenhungrige. Weitere Strände mit zahlreichen Freizeit- und Sportmöglichkeiten findet man in Sopot, in Stogi oder in Sobieszewo, ein elf Kilometer langer Strand mit Kiefernwald und Dünen.

Bildquelle: markteinblicke.de

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