Der Mittwoch an der Börse

Fed-Leitzinsanhebung gilt als ausgemacht | Höhere Zinsen noch keine Gefahr für US-Aktien?

Bildquelle: markteinblicke.de

Nachdem die US-Börsen gestern erneut etwas schwächer geschlossen hatten, zeigen sich die heutigen Mittwochs-Futures im Vorfeld der erwartete Leitzinserhöhung der Fed etwas stärker. Zu verdanken haben wir dies einer minimalen Entspannung an den Ölmärkten.

Heard in New York

Gestern hatte der NASDAQ Composite 0,8 Prozent schwächer bei 25.981 Punkten geschlossen, während der S&P 500 um 0,5 Prozent auf 7.586 Zähler zurücksetzte. Im Dow Jones Industrial Average lag das Minus bei 0,6 Prozent auf 52.099 Punkte.

Der S&P 500 ist inzwischen an fünf der vergangenen sechs Handelstage gefallen – und das ausgerechnet in dem historisch schlechtesten Monat des Jahres für die Wall Street. Gleichzeitig sind die Renditen von US-Staatsanleihen auf breiter Front gestiegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe kletterte über 5 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 20 Jahren.

Laut Einschätzung von Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, gefährden steigende Zinsen den Aktienausblick in den USA bislang nicht. Demnach würden mögliche Leitzinsanhebungen der Fed nicht zwangsläufig für ein Ende der Aktienhausse sprechen. Zwar geriet der S&P 500 nach der Einleitung des letzten Zinserhöhungszyklus im Jahr 2022 merklich unter Druck und verlor innerhalb von drei Monaten in US-Dollar mehr als 15 Prozent. Heute befindet sich die US-Notenbank jedoch laut Stephan in einer deutlich günstigeren Ausgangslage:

Das Zinsniveau sei bereits erhöht, und weitere Zinsschritte wären nicht allein eine Reaktion auf höhere Energiepreise, sondern auch Ausdruck eines robusten nominalen Wachstums – ein Wachstum, das die positiven Gewinnperspektiven der US-Unternehmen widerspiegeln würde. Leitzinsanhebungen ändern aus seiner Sicht daher wenig am konstruktiven Ausblick für Aktien, insbesondere in Sektoren mit strukturellen Wachstumstreibern wie Technologie.

Wichtiger als die Kurzfristzinsen dürften für die Aktienmärkte jedoch derzeit die Langfristzinsen sein. Schließlich entfällt laut Stephan ein Großteil der Unternehmenswerte auf erwartete Gewinne in der Zukunft. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sei gegenüber Ende Februar um einen Prozentpunkt gestiegen und notiere inzwischen oberhalb von 5 Prozent. Der Rückgang des erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnisses des S&P 500 von gut 22 im Februar auf aktuell 19 dürfte daher nicht nur das starke Gewinnwachstum widerspiegeln, sondern auch höhere Langfristzinsen, die den Barwert künftiger Gewinne reduzieren.

„Ein Teil des Renditeanstiegs scheint damit bereits in den Bewertungen verarbeitet zu sein. Historisch war jedoch weniger das Renditeniveau als die Geschwindigkeit weiterer Anstiege entscheidend. Sollten die Renditen gemäßigter steigen – zumal weitere Leitzinsanhebungen den Druck auf das lange Ende der Zinskurve sogar verringern könnten – und insbesondere robustes nominales Wachstum statt höherer Risikoaufschläge signalisieren, sehe ich den positiven Ausblick für Aktien auch vor dem Hintergrund steigender Langfristzinsen nicht gefährdet“, sagt Stephan.

Konnichiwa Tokio!

In Asien präsentierten sich die Aktienmärkte leicht stärker. Der japanische Nikkei 225 kletterte zuletzt um 0,4 Prozent auf 63.772 Punkte. Positiv wirkte sich eine minimale Entspannung bei den Ölpreisen aus, nachdem ein unerwarteter Anstieg der US-Rohölbestände festgestellt worden war. Zudem beäugen Anleger neben den Ölpreisen und der Fed die Bank of Japan. Am Markt wird erwartet, dass die BOJ die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf ein neues Drei-Jahrzehnte-Hoch anheben wird.

So steht´s um den DAX

Am Tag der Fed-Leitzinsentscheidung zeigt sich der DAX wenig bewegt. Anleger wollen sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Darüber hinaus verweisen die Analysten bei der Helaba, dass die Stimmung am deutschen Aktienmarkt getrübt sei. Der Nahost-Konflikt und die hohen Ölpreise sowie KI-Sicherheitsbedenken hätten die Kurse weiter gedrückt. Auch im Vorfeld der FOMC-Entscheidung wollen Anleger wohl keine größeren Risiken eingehen.

„Der Leitindex DAX eröffnete im Minus, notierte im Tief bei 25.172, konnte sich im weiteren Tagesverlauf aber erholen. Er schloss 0,15 % unter dem Vortagsschluss bei 25.402 Punkten. Das technische Bild ist getrübt, zumal die 100-Tagelinie bei 25.243 zeitweise schon unterschritten wurde. Daher kann eine erneute Talfahrt nicht ausgeschlossen. Allerdings ist es zu einer überverkauften Marktlage gekommen, wodurch die Abwärtsdynamik gebremst werden könnte“, heißt es weiter.

So handeln Sie heute den DAX

Bei der UBS sah man für den  heutigen Handelstag die folgenden Szenarien.

Stand: 16.09.2026, 7:00 Uhr; Quelle: Prime Quants
Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind keine verlässlichen Indikatoren für die zukünftige Wertentwicklung.

Das Long-Szenario: Knüpfen die Notierungen an die gestrige Gegenreaktion an, müsste es jetzt per Tagesschluss über das Mai-Hoch (25.438) und über das Januar-Top (25.508) gehen. Darüber würde die kurzfristige 50-Tage-Linie (aktuell bei 25.736) warten, ehe das Top vom 6. Juli bei 25.900 Punkten in den Fokus rücken würde. Oberhalb der 26.000er-Barriere und des Tiefs vom 6. August (26.082) könnte sich ein Hochlauf an das Top vom 4. September (26.168) bzw. an die 26.400er-Marke entwickeln, bevor das Zwischenhoch vom 12. August bei 26.574 und das amtierende Rekordhoch bei 26.619 Zählern angesteuert werden dürften.

Das Short-Szenario: Auf der Unterseite ist der erste charttechnische Halt dagegen am mittelfristigen GD100 (25.244) zu finden. Darunter sollte das neue September-Tief stützend wirken. Kommt es bei 25.099 Punkten zu einer Schließung der offenen Kurslücke vom 27. Juli und danach zu einem Rückfall unter die 25.000er-Schwelle, müsste mit einem Test der langfristigen 200-Tage-Linie (24.744) und des Juli-Tiefs (24.651) gerechnet werden.

Produkt (Call) WKN SL/KO/Strike* Hebel
Open End Turbo Call UJ5DB1 22.467,12 8,56
Open End Turbo Call WA15MY 23.452,69 12,79
Produkt (Put) WKN SL/KO/Strike* Hebel
Open End Turbo Put WA9WCF 28.410,44 8,52
Open End Turbo Put WB0X9A 27.417,02 12,77

*SL = Stop-Loss (Mini-Futures) / KO = Knock Out (Turbos) / Strike = Ausübungspreis (Optionsscheine); Weitere passende Produkte sowie Informationen zu Chancen und Risiken finden Sie unter: www.ubs.com/keyinvest
Stand: 16.09.2026, 7:00 Uhr

Wichtige Tagestermine

Heute dreht sich an den Märkten Vieles um die Fed-Leitzinsentscheidung. Es wird mit einer Anhebung der Zinsen um 25 Basispunkte gerechnet. Zudem erwarten Marktteilnehmer bereits, dass die US-Notenbank bis zum Ende dieses Jahres den Leitzins ein zweites Mal anheben könnte.

Weitere Daten und Prognosen finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

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