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Das Coronavirus hat die Hoffnung auf einen Rekord-Januar an den Börsen jäh gebremst. Die rasch wachsende Fallzahl – auch hierzulande – und der doch drastische Aktivismus der chinesischen Regierung verunsichern (viele) Anleger. Dabei ist die Abriegelung von Millionenstädten und der öffentlichkeitswirksame Krankenhausbau vor allem eins: Beruhigung nach Innen. Aus gutem Grund:

Die Pekinger Führung will beim Coronavirus die Fehler der SARS-Epidemie 2002/2003 unbedingt vermeiden und stattdessen entschlossen handeln. Ob das bei der Bevölkerung tatsächlich so ankommt, oder ob die Maßnahmen nicht doch Furcht und Angst schüren, werden wir wohl erst in einigen Jahren erfahren.

Klar ist: In der westlichen Welt kommen Bilder von abgeriegelten Millionenstädten nicht gut an. Das Vertrauen in die chinesische Regierung ist nur bedingt vorhanden. Will Peking nicht doch das tatsächliche Ausmaß verschleiern? Niemand weiß es. Und die Börse tut, was sie immer bei Ungewissheit tut: Die Bremse einlegen. Zumindest kurzfristig.

Die Sorge um eine Unterbrechung von wichtigen Lieferketten wächst derweil Woche um Woche. Dass das chinesische Wachstum im ersten Quartal einbrechen wird, ist bereits jetzt Gewissheit. Eine Weltwirtschaft, die vor allem auch an der Nachfrage des Reichs der Mitte hängt, wird also davon auch beeinflusst sein. Doch handelt es sich beim Coronavirus tatsächlich um einen Schwarzen Schwan? Unserer Ansicht nach sollte man nicht schwarzsehen:

Die Kurskorrektur an den chinesischen Börsen war zwar heftig, aber durchaus der Lage angemessen. Die chinesische Zentralbank wiederum hat durch ihre Intervention klar gemacht, dass sie parat steht, um Vertrauen zu schaffen.

Überhaupt die Zentralbanken: Sowohl die Fed als auch die EZB stehen ja letztlich als Hauptimpulsgeber für die anhaltende Aktienhausse unverändert parat. Da kann ein Virus aus China nur bedingt für Panik sorgen. Wie reagiert man also in dieser Situation?

Stimmungen für den Gesamtmarkt sind das eine, konkrete Auswirkungen auf Unternehmen das andere. Bislang gibt es keine Fülle an Gewinnwarnungen mit Bezug auf das Coronavirus. Allzu rasch sollte so etwas auch nicht passieren. Dennoch gilt es die eigenen Investments hinsichtlich der China-Beteiligung zu überprüfen und gegebenenfalls zur reagieren. Teilgewinnmitnahmen, wenn Papiere gut gelaufen sind, und das Abwarten müssen nicht verkehrt sein. Auf der anderen Seite ist die bisherige Reaktion auf das Virus dank einer guten Stimmung so zurückhaltend, dass ein baldiger Kurseinbruch nicht sehr wahrscheinlich ist. SARS wurde vor fast zwei Jahrzehnten auch recht schnell gut weggesteckt.

Letztlich muss jeder selbst entscheiden, ob das eigene Depot durch Short-Papiere abgesichert wird, etwas die Liquidität erhöht wird oder überhaupt nichts getan wird. Denn: Langfristig wird man von dem Coronavirus in einem Kurschart nichts mehr sehen. Das hat die Vergangenheit oft genug gezeigt.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage und beim alltäglichen Lebensgenuß

Ihre marktEINBLICKE-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

P.S.
Dank niedriger Transaktionsaktionskosten sind heutzutage bereits kleine Beiträge in Aktien anlegbar. Wer noch auf der Suche einem passenden Depot ist, sollte einmal einen Depot-Vergleich machen. So macht die Geldanlage mit Aktien auch trotz allers Widrigkeiten Spaß.

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