Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Es ist die neueste Sau, die derzeit durch das globale Börsendorf getrieben wird: SPAC. Die Abkürzung steht für „Special Purpose Acquisition Company“ und ist eine besondere Art von Börsenmantel, den man gerne für die Start-up-Finanzierung bzw. deren Börsengang nutzt.

US-Hype schwappt nach Europa

Bildquelle: markteinblicke.de

Nachdem in den USA im vergangenen Jahr 250 IPOs dieser Vehikel stattfanden, waren es in den ersten Wochen des Jahres 2021 bereits mehr als 100. Man sieht – das billige Geld strebt mit aller Macht an die Kapitalmärkte und sucht sich seine Wege. SPACs sind schnelle und einfache Möglichkeiten Gelder zu parken (und zu versenken). So auch in Deutschland.

Keine neue Erfindung

Am Montag war es nun auch in Frankfurt soweit: das erste deutsche SPAC wagte den Schritt aufs Parkett. Natürlich hochüberzeichnet und mit großem Zeichnungsgewinn. Dabei sind SPACs eigentlich keine Neuerungen. Bereits 2008 ging in Frankfurt ein erster SPAC an die Börse. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg.

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Da SPACs jedoch nur für Profis geeignet sind und natürlich ein entsprechendes Start-up-Umfeld benötigen, war der Börsengang von Lakestar SPAC I in dieser Woche erst der vierte seiner Art in Frankfurt.

Wieviele noch in den nächsten Wochen folgen? Warten wir es ab. Genügend Geld ist auf jeden Fall da. Und mit Rocket Internet hat bereits der nächste große Player am Start-up-Markt entsprechende Pläne angekündigt.

Dennoch fehlt etwas ganz essentielles: Das Wissen um das Anlageziel. Jeder SPAC ist eine Blackbox, deren Inhalt nur der Initiator kennt, nicht jedoch der einzelne Anleger. Der Begriff „Blankoscheck-Firma“ kommt schließlich nicht von ungefähr.

Nichts für Privatanleger

Wenn Privatanleger nun meinen, sie könnten durch den Kauf von SPAC-Anteilen etwas vom großen Kuchen abbekommen, muss man sagen: Das kann sein, muss es aber nicht. SPACs sind nur etwas für Profis.

Privatanleger sollten einen großen Bogen um die speziellen Vehikel machen und sich stattdessen auf klassische Aktien konzentrieren. Die Risiken sind dort weitaus überschaubarer und der Frustfaktor ist – sollte etwas schief gehen – ein anderer.

Fazit

SPACs sind kein Instrument für Privatanleger. Die Risiken sind einfach zu groß und das Produkt zu intransparent. Privatanleger haben mit ETFs und vor allem den zahlreichen Einzelwerten genügend Möglichkeiten sich anlagetechnisch auszutoben.

An dieser Stelle auch wieder einmal der Rat sich hin und wieder mit einem Depot-Vergleich auseinanderzusetzen – ETF-Sparpläne sind das eine für Banken, Aktien das andere und evtl. gibt es hier Sparpotenzial, was sich direkt auf die eigene Rendite auswirkt. Unsere interessanten Literaturtipps haben wir hier zusammengestellt.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage und beim alltäglichen Lebensgenuß

Ihre marktEINBLICKE-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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